Sonntag, 14. Juli 2019

Wenn ich das Ding fast gewinne...

 ...aber leider disqualifiziert werde... Dann war es wohl mein erster Mountainman 😁. In Reit im Winkl war ich eigentlich zum Urlaub machen. Nach etwa 3 stündiger Fahrt angekommen, sah ich schon das fette Schild am Ortseingang: "Mountainman.Trail.Run.Hike". Wow wie geil, ich mach hier Urlaub und es findet ein Traillauf statt? Na dann nix wie schnell noch anmelden und mitmachen. Ich war bis dahin ein ziemlicher Traillauffrischling (gibt's das Wort überhaupt?) und hatte vor allem bei Laufwettkämpfen dieser Art noch keine Erfahrung. So stand in den Teilnahmebedingungen unter anderem, dass man, egal auf welcher Strecke, eine Mindestausrüstung mitzunehmen hat. Dazu zählt eine Regenjacke, Verbandszeug, was zu trinken, eine Pfeife, Handy, usw. Klar, ich meine die große Distanz waren über 50km quer über das Dürrnbachhorn auf 1776m. Das hat's schon krass in sich und das macht man nicht einfach mal so. Zudem war das Wetter auch etwas bescheiden und es fing unterwegs an zu regnen weshalb die Ausrüstung, gerade auf den weiteren Strecken, durchaus sinnvoll war. 

StadtLandwald |Laufen in Bayreuth und anderswo | Reit im Winkl ist ein Traum für Trailläufer
Blick auf Reit im Winkl
Aber zurück zum Anfang: Ich melde mich da also an und habe nichts an Ausrüstung dabei, da ich bis dato noch keine Laufweste und auch keinen Laufrucksack oder ähnliches hatte. Ich pokere also ein wenig mit den Spielregeln und nehme immerhin, guten Willens, einen halben Liter Wasser in die Hand und entscheide mich dafür die kürzeste, also die 10km Strecke zu laufen. Wird schon gut gehen, ist ja nicht so weit. Gesagt, getan! BAM! Startschuss! Ich rannte los und merkte schnell, dass ich wiedermal überpace. Also nen Gang runterschalten, denn da sollten noch ein paar Hügel kommen und ich wollte meine Körner wie immer für den Schluss aufheben. Ich konnte mich dennoch ziemlich schnell, ziemlich weit vorne einordnen und eine Position unter den ersten fünf, sechs Läufern halten. Nach und nach konnte ich auch noch weitere einholen und sah nur noch einen Läufer vor mir, der mir aber zu schnell vorkam. Ich dachte, den erwische ich nicht mehr. Ich habe also versucht so gut es geht die Pace zu halten. 

StadtLandwald |Laufen in Bayreuth und anderswo | Beim MountainMan in Reit im Winkl wirds nicht langweilig
Abwechslungsreiche Strecke beim Mountainman

Die Steigungen, die kamen, sowie der einsetzende Regen und die Unerfahrenheit mit sowas umzugehen, machten mir das Rennen nicht gerade leichter. Dann hörte ich hinter mir plötzlich ein "schneller! go!go!". Und wurde von einer Frau im Canicross Style überholt, die wie ich schnell verstand nicht mir, sondern ihrem Hund die Sporen gab. Später lernte ich sie besser kennen. Das waren Sandra und ihr Hund Thyroon. Der Name des Hunds war Programm, denn die beiden liefen unter anderem auch auf Canicross Meisterschaften auf Europaebene. Nix zu machen gegen die beiden auch wenn ich dranblieb so gut es ging. Aber Thyroon war ne Nummer zu groß für mich. Irgendwann kam ich, mittlerweile vermehrt alleine laufend (nur Sandra war gelegentlich auf den geraden vor mir zu sehen) dem Ziel immer näher. Sandra drehte sich manchmal um und fragte rufend ob wir richtig sind. Ist nicht so easy wenn man fast alleine unterwegs ist, aber die Strecke ist gut ausgeschildert. Das Tempo hielt ich weiter, so gut es eben ging und ich konnte direkt nach Sandra und Thyroon ins Ziel laufen. Ziemlich krass! Ich war Zweiter, denn der Läufer den ich zu Beginn noch vor mir sah, der hatte sich wohl verirrt. Glück für mich! Erster unter den Männern und den Nicht-Canicrosslern. Geil! Und da stand noch wer im Ziel den man kannte, der rannte "with the flow". Niemand geringeres als Florian Neuschwander stand da und hatte seine mehr als 50km schon lange weggeballert und das Ding gewonnen. 

Aber wie gewonnen so zerronnen, die Rennleitung kam auf mich zu und fragte mich ob ich so gelaufen wäre, wie ich jetzt hier stehe, ohne alles eben. Das war eben einfach regelwidrig. Ein paar kurze, nette Sätze später war dann auch klar, dass ich heute auf keinem Podest stehen werde. Aber egal, das war eine sehr, sehr geile Erfahrung für mich und eine top organisierte Nummer seitens dem Mountainman Team. Alles da was man braucht, super professionell aufgezogen das ganze und Mega nettes Personal. Ich komme wieder! 

www.mountainman.de

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Fotos: Sportograf

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