Sonntag, 27. September 2020

Zurück ins Schiefergebirge

Wie schon im letzten Jahr, habe ich mich auch für diesen Herbst beim Lauf durch das Thüringer Schiefergebirge angemeldet. Im letzten Jahr lief es, dafür dass es erst mein zweiter Trailwettkampf war, richtig gut. Ich wurde zweiter und war Superhappy. Den Artikel und Impressionen dazu gibt's hier. Am Streckenverlauf hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht wirklich was geändert. Alles beim alten. Beim Start jedoch schon. Es gab in diesem Jahr keinen Massenstart. Soll heißen: Wir starteten Hygienekonzeptbedingt alle einzeln in einem Abstand von ca. einer halben Minute. Das war an sich gar nicht verkehrt. Ich konnte von Anfang an mein Tempo laufen, das kann im Vergleich zum Massenstart viel angenehmer sein. Ein Nachteil an der Sache ist jedoch, dass es keinen vorne gibt, der einen zieht. Niemand an den man sich hängen kann. Das geht den anderen natürlich genauso. Wenn ich an den Fight im letzten Jahr denke, als wir zu viert um die Podestplätze gerannt sind, kam mir das dieses Jahr schwieriger vor, da ich mich an niemanden ranhalten konnte. Außerdem zieht sich die Distanz von eigentlich nur 9km dann doch ganz schön in die Länge. Egal, von vorne: Meine Vorbereitung waren zwei Trailläufe durchs Fichtelgebirge. Höhenmeter sammeln. Einmal auf den Schneeberg und einmal auf den Ochsenkopf. Die beiden Läufe waren gut. Danach hatte ich noch eine Woche Urlaub buchen können und war viel in den Bergen wandern und habe einen Tempolauf um den Walchsee gemacht. Dazwischen noch diverse ruhigere, längere Einheiten und Krafttraining sowieso. Dann konnte es ja losgehen. Der erste und wohl einzige Wettkampf in 2020. Angekommen und geparkt, war alles wie im letzten Jahr. Startnummernausgabe und Gepäckaufbewahrung liefen wieder superflüssig und problemlos. Umziehen und warmmachen bevor es losgeht. Das warmmachen war etwas schleppend. Sehr kalt wieder. Ich überlegte ob ich mit Jacke laufen sollte und das spätere übermäßige schwitzen, oder lieber mit Shirt laufen und späteres Armeinfrieren riskieren wollte. Ich entschied mich für ersteres, was sich dann als gute Wahl herausgestellt hat, denn im Wald war es doch recht kühl und die Luftfeuchtigkeit zollte ihren Tribut. Vor dem Start lernte ich Christina kennen, eine gute Läuferin wie sich zeigte. Sie wollte auf jeden Fall unter 40:00 bleiben, was ich eigentlich noch weit unterbieten wollte. So haben wir uns etwas unterhalten und ausgemacht, dass sie eher startet als ich, ich sie später einholen würde und sie mit ins Ziel ziehe. Taktikplausch vorm Start. Und der kam dann auch bald. Der erste km lief hervorragend. Ich lief ihn in 3:32min und hatte durch die Bergabpassage dennoch nicht das Gefühl zu überpacen. Die weiteren pendelten sich dann so bei um die 4:00min ein. Mal etwas schneller, mal etwas langsamer. Unterm Strich war ich auf Kurs 37:00min für die 9km. 

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Abgekämpft aber glücklich
Die Höhenmeter zehrten genauso wie im letzten Jahr. Aber da ich wusste was auf mich zukam, konnte ich mir das alles gut einteilen. Viel los war nicht auf der Strecke, was am Einzelstart lag. Hier und da überholte ich mal jemanden, aber auf welchem Platz ich war, konnte ich nie wissen. Ich kam gegen Ende des Waldstücks auf eine gerade, auf der ich Christina vor mir sah. Einen oder zwei km vor dem Ziel konnte ich sie überholen und sie hat sich an mich rangehängt. Der letzte Anstieg vor dem Ziel fiel mir, wahrscheinlich durch das Höhenmetertraining, leichter als im Jahr zuvor und so kam ich mit fast zwei Minuten weniger als im letzten Jahr und im Schnitt 12 Sekunden pro km schneller ins Ziel. Das Training der letzten Wochen hat sich also bezahlt gemacht. Ich hörte den Ansager durch die Lautsprecher, dass das die bis dahin schnellste Zeit war. Das blieb auch so, ich konnte das Ding gewinnen und aus einem zweiten Platz im letzten Jahr einen ersten machen 😁 . Kurz nach mir kam Christina verdient als erste Frau ins Ziel 👏.

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Die 9km Strecke des Schiefergebirgslaufs

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