Montag, 28. Februar 2022

Von Höhenmetern und unkaputtbaren Hunden...

StadtLandWald Laufblog Laufen in Bayreuth und anderswo | Höhenmeter sammeln
Immer wieder Sonntags...

"Willst du mich verkohlen, Junge?! Wie kann's sein dass die jetzt gähnt? Du willst mir doch nich ernsthaft erzählen, dass der jetzt langweilig ist, oder?". Ich schau auf meine Uhr und habe knapp 25km auf dem Tacho. Micha sagt die Höhenmeter an: 650 hatten wir da schon in den Beinen. Mein Riegel ist weggefuttert. Ich fasse an meine Softflask: noch gut halb voll, das reicht immerhin. Kurz mal dehnen tut kurz mal gut. Normalerweise sind wir solche Läufe mittlerweile gewohnt und stecken das gut weg. 400hm am Sonntag kommen schonmal vor. Wir haben auch schon mehr gemacht: irgendwie fühlt es sich heute aber viel härter an, als bei unserem Lauf durchs Fichtelgebirge, bei dem wir den Schneeberg und den Ochsenkopf nacheinander hochgelaufen sind. Da hatten wir am Ende in etwa das auf der Uhr stehen, was wir jetzt schon haben. Zur Kösseine waren es sogar noch mehr Kilometer. Und das fühlte sich gut an. Aber heute waren das so richtige "ich besorgs dir hart Höhenmeter". Mal langgezogen, mal kurz und knackig, mal lang und knackig. Micha lacht graderaus. Bei mir ist das Runner's High irgendwie ausgeblieben, er hat da schon öfter mal den Lachflash. Wir laufen weiter.  Es kommen noch ein paar kleinere Anstiege bis wir zuhause sind. Und auch noch ein paar Kilometer. Auch will das heute mit der Komoot Navigation so gar nicht klappen. Wir verlaufen uns des öfteren und haben irgendwann keine Lust mehr auf die Dame, die da zu uns spricht, zu hören. Warum tut man sich das dann eigentlich an? Für mich ist das heute ja ohnehin nicht wirklich zielführend. Meinen Trip über den Goldsteig, den ich in Planung habe, werde ich erst Ende Mai in Angriff nehmen. Momentan ist für mich der Halbmarathon in Bad Staffelstein wichtiger. 

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Bella ist immer dabei und macht oft mehr
als eineinhalb mal soviel km wie wir.

Da braucht man aber keine 30+ in der Vorbereitung zu laufen. Ich fühle mich wie jemand, der sich auf einen fetten Traillauf vorbereitet. Micha fühlt sich auch so. Und für den ist es auch wirklich gut so 😊. Denn er hat sich kurzerhand für den Zermatt Marathon in der Schweiz angemeldet. Da ist zwar bis Juli auch noch etwas Zeit, aber ein erster Eindruck in der Vorbereitung für ein Brett mit 42,195km und 2.000hm ist gar nicht verkehrt. In Bad Staffelstein geht er auch an den Start, jedoch nicht beim halben, sondern beim Marathon mit knapp unter 700hm. Ja, das sollte man gemacht haben, wenn man sich einen Lauf geben will, der fast nur bergauf geht. Höhenmetertraining tut ja gut. Man trainiert eben auch mal Muskeln, die man sonst im flachen nicht so beansprucht. Man steckt danach Anstiege leichter weg und kann sich auch mal in hügeliges Gelände wagen, das einem nicht so vertraut ist, ohne die Befürchtung haben zu müssen, dass man sich zu sehr verausgabt. Ausserdem sind Bergläufe ein gutes Training um schneller zu werden. Kurz nach Lindenhardt schauen wir auf die Uhr: 27km und müde Beine. Aber abbrechen wollen wir nicht. Wir schaukeln das Ding jetzt noch gar nach Hause. Zumal auch die Sonne wieder durchkommt. Die Ärmel zurückkrempeln und die warmen Strahlen auf der Haut fühlen. Das is genial. So kommt man glücklich nach Hause. 

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Am Ende waren es 35,5km mit 850hm
Auch die Motivation steigt wieder etwas, denn weit ist es jetzt nicht mehr. Wir laufen an den Windkraftanlagen vorbei durch den Lindenhardter Forst. Das gehört fast schon zu unserer Sonntagmorgenlangerlaufhausrunde. Die Rotmainquelle, die auf dem Weg liegt, lassen wir aber diesmal liegen. Nach 32km sind wir in Haag und haben noch zwei Anstiege vor uns. Beide mit Gehpausen, aber egal. Beim Zermatt rennt man auch nicht jeden Meter. Da geht es ohnehin mehr ums genießen und ums bestaunen der Landschaft, als um irgendwelche Pixel auf einer Uhr 😉. Ein erster guter Schritt ist aber mal wieder getan. Und ich freue mich umso mehr schon, mich nach Bad Staffelstein mit weiteren solcher Läufe auf mein Wochenende am Goldsteig vorzubereiten. Da wird auch nicht durchgerannt, sondern die Natur genossen. Wer den Goldsteig kennt der weiß, dass dort etliche Höhenmeter drauf warten gelaufen zu werden. Nicht gerannt, denn das wird kein Wettkampf, sondern ein "ich genieße die Natur" Abenteuer. Aber dazu kommt später mehr. Bella hat im übrigen bis nach Hause nicht mehr gegähnt... Aber genug hatte sie wohl dennoch noch nicht... Wie immer...😁


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Totholz bietet einen wichtigen 
Lebensraum für viele Tiere.
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Und zum Schluss noch ein wenig Naturwissen.
Streuobstwiesen und ihre Bedeutung
für die Natur. 

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