Samstag, 23. April 2022

Was blüht denn da am Wegesrand?

Laufblog Laufen in Bayreuth und anderswo | Was blüht denn da am Wegesrand?
Micha als Radbegleitung
Heute standen 14km nüchtern an. Ich hab schon lange keinen Nüchternlauf mehr gemacht. Alleine wollte ich nicht los, also hab ich Micha gefragt ob er Bock hat mitzukommen. Der hatte schon seine Ballereinheit hinter sich und kam dann auf eine entspannte Radrunde mit. Auch cool 😉. Anfangs sehr windig und grau, kam später die Sonne raus und wir haben das alles mehr als genossen. Es kam endlich wieder das Gefühl auf, dass der Frühling da ist. Und mit ihm auch die Farbe am Wegesrand und auf den Wiesen. Beim Laufen kann man seit einer Weile schon wieder allerhand gelbe, violette, oder weiße Blüten sehen. Wenn ich nach oben in die Bäume, oder nach unten auf den Boden sehe, dann freut es mich jedes Jahr, wenn alles wieder zu blühen beginnt. Nach der Winterruhe füllt sich die Welt dann wieder mit Leben. Daher kam mir heute auch die Idee, mal einen Post zu machen, in dem es darum geht, welche Pflanzen man im Frühling denn beim Laufen so sehen kann. Fangen wir mal im Wald an. 

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Buschwindröschen bedecken den Waldboden
Wenn das Blätterdach des Laubwalds noch nicht steht, kommt ausreichend Licht auf den Waldboden und lässt einiges an Frühjahrsblühern sprießen. Da gibt es zum Beispiel, oft in großer Zahl, die Buschwindröschen. Mit ihren weißen Blütenteppichen können sie große Flächen des Waldbodens überziehen, sind manchmal aber auch nur Stellenweise zu sehen. Aber auch wenn Buschwindröschen schick aussehen, sollte man nicht unbedingt dran naschen. Die Pflanzen enthalten einen leichten Giftstoff, der bei Berührung des Pflanzensafts Rötungen, Juckreiz oder gar Blasenbildung hervorrufen kann. Braucht man nicht im Hals...

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Die Schlüsselblume
Als nächstes gäbe es da die Schlüsselblume. Die erkennt man sehr leicht an Ihren schönen gelben Blüten. Der Blütenstand, wie der Name schon sagt, erinnert irgendwie an einen Schlüsselbund. Gerade zur Osterzeit drehen Schlüsselblumen auf. Denn sie blühen von März bis Mai. Sie trifft man eher am Wegrand oder in Gräben an, auf Wiesen wird sie wegen der teils zu intensiven Nutzung leider schon seltener und wird verdrängt. Im Wald kommt sie nur vor, wenn die Beschattung nicht zu stark ist, denn die Schlüsselblume braucht Licht. Sie mag es eher mager. Im Garten kommt die Pflanze also gut an, solange man nicht Dünger herumspielt, was man ohnehin vermeiden sollte 😉.

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Veilchen sind Raupenfraßpflanzen
für die Raupen des Kaisermantels
Von gelb zu violett: Veilchen kann man von März bis April beobachten. Schon früher war die Heilwirkung der Pflanzen bekannt. Gegen Kopfschmerzen, Sehstörungen, sowie auch zur Kräftigung des Herzens und gegen Fieber wurden Veilchen eingesetzt. Es gibt viele Veilchenarten, einige von ihnen, darunter das raue Veilchen, oder das Märzveilchen, dienen dem Kaisermantel als Raupenfraßpflanze. Wer also im Frühjahr im Kiefernwald unterwegs ist, und am Boden Veilchen sieht, sollte im Sommer zurückkommen. Dann sind die schönen Schmetterlinge vielleicht zu sehen. Denn die Falter legen Ihre Eier im Spätsommer in die Rinde von Kiefern und Fichten ab, die Raupen schlüpfen und überwintern versteckt in der Rinde, bevor sie im Frühjahr zum Boden kriechen und auf Veilchensuche gehen.

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Blätter zerreiben, Duft genießen
Die Knoblauchsrauke kommt auch im Frühjahr zum Vorschein. Auch sie ist für Schmetterlinge wichtig. Als Raupenfraßpflanze dient sie, wie auch viele andere Kreuzblütler, vor allem den Weißlingen wie dem Aurorafalter und dem Grünader-Weißling. Auch als eine der ersten Nektartankstellen ist sie für viele Insekten wichtig. Beim Waldlauf oder am Straßenrand, die Konblauchsrauke kommt an vielen Standorten vor. Die Knoblauchsrauke wird auch Lauchkraut oder Knoblauchhederich genannt. Der Name ist Programm, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, kommt einem der Genussgeruch von Knoblauch entgegen 😍.

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Scharbockskraut: gut gegen Skorbut 😉
Das Scharbocksraut kann man auch schon sehr früh, ab März bis in den Mai, beobachten. In Wäldern und an Wegrändern blüht es uns beim Laufen entgegen, aber auch im Garten kommt es vor. Wenn der Boden feucht ist, hat man auch auf Wiesen gute Karten, denn es mag feuchte Böden. Auch das Scharbockskraut spielt bei der Naktarsuche für viele Insekten eine wichtige Rolle und sollte daher nicht als Unkraut angesehen werden. Früher hatte man Scharbockskraut auf Seereisen dabei, denn es enthält viel Vitamin-C und half gegen Skorbut. Der Name Scharbockskraut leitet sich daher von Scharbock ab, was eine alte Bezeichnung für Skorbut ist.

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Hat viele Namen: das Wiesenschaumkraut
Das Wiesenschaumkraut sieht man von April bis in den Juni am blühen. Die Pflanze mit den rosafarbenen Blüten trifft man gerne auf feuchten Wiesen an. Es ist, neben der Knoblauchsrauke, die wichtigste Raupenfraßpflanze für den Aurorafalter und auch ein wichtiger Nektarlieferant für Insekten. Der Name des Wiesenschaumkrauts kommt ebenfalls nicht von ungefähr. Denn die Larven der Wiesenschaumzikade bilden aus dem Pflanzensaft ein Schaumnest in welchem sie sich, eingehüllt und vor Fressfeinden geschützt, entwickeln. Das Wiesenschaumkraut hat auch eine Vielzahl an Trivialnamen wie zum Beispiel Wasserkraut, Kiewitsblome, Gauchblume oder Muttertagsblume

Es gibt also einiges zu sehen auf unseren Wiesen und in unseren Wäldern. Und das waren nur einige der Pflanzen die mir heute beim Lauf begegnet sind. Wenn man ein wenig auf seine Umgebung achtet, sieht man auch noch viel mehr. Das geht aber meist nur bei entspannten Laberläufen, wie dem heute eben. Vielleicht sollte ich die Samstagsnüchternläufe wieder vermehrt ins Programm aufnehmen 😊.

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Schnüffeln an der Knoblauchsrauke

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