Mittwoch, 7. September 2022

MaliCrew goes Fränkische Schweiz Marathon...

Laufblog Laufen in Bayreuth und anderswo | Fränkische Schweiz Marathon Ebermannstadt
Team MaliCrew goes Ebermannstadt

Ring-a-Ding, Ring-a-Ding schellt es vom Nachttisch... Es ist noch echt früh und der Wecker klingelt. Um 05:00 Uhr ist Zeit zum aufstehen. Viki ist direkt aufgerannt und macht sich was zu essen. Ich brauch noch fünf Minuten um drüber nachzudenken, warum man sich sowas am Sonntag gibt. Der Heilige Tag, zum chillen gedacht. Aber für uns, für die MaliCrew, stand heute der Fränkische Schweiz Marathon auf dem Plan. Nicht nur für uns, sondern für viele andere auch. Ich steh auf und wackel in die Küche. Kram aus dem oberen Fach meine Müslischale raus und füll sie mit meinem Selfmade Hafer-Kürbiskern-Leinsamen-Nussmischungs-Veganeseiweißpulver-Banenscheiben-Müsli auf. Dazu ein großer Schuss Hafermilch. Durchrühren und ein paar Minuten ziehen lassen. Schmeckt bestens! Danach bin ich schon wacher. Jetzt noch ordentlich hydrieren und dann läuft der Kreislauf auch schon wieder auf vier Töpfen. Kurz nach 06:00 Uhr das finale packen. Getränke, Riegel, Handtuch, was man eben so braucht... Tina und Niko stehen punkt 06:30 Uhr bereit, uns einzusammeln. Los gehts, Micha holen, der darf nicht fehlen. Alle an Bord und ab nach Ebermannstadt. Jetzt ist es hell. Neblig ist es auch, sieht toll aus. Macht schon Sinn so früh loszufahren, dann kann man die Bundesstraße noch nutzen, denn die wird in etwa drei Stunden nur noch berannt. Von Genussläufern, Pacern, Marathonneulingen, 10km-ballerern, Verrückten und Halbmarathonis, die um die Bayerische Meisterschaft laufen. Dazu kommen die Handbiker und ganz neu im Programm: Run and Bike. Es darf also ein überaus interessantes Programm erwartet werden. Wir kommen an und sind die ersten von unserem Trupp. Nach und nach trudeln aber auch die restlichen von der Gang ein. Es wird sich ausgetauscht, motiviert, angeheizt, durchgerechnet wann wer bereit stehen muss und es liegt ein Hauch von Nervösität in der Luft. Man macht sich allmählich zurecht. Die ersten Laufen sich warm, die nächsten gehen auf Ihre Positionen, in Ebermannstadt, in Muggendorf. Alles durchgetaktet. Der Plan steht und sieht gut aus. Wir haben hier drei Marathonstaffeln am Start. Eine reine 5er Ladiesstaffel mit Anja, Viki, Tina, Ines und Steffi, unsere 5er Mixed Staffel mit Roland, Micha, Niko, Tina und mir, und dann gibt sich Roland das ganze mit Thomas nochmal in ner Zweierstaffel. Dominik läuft den Marathon und Berthold und Podde hauen nen zehner raus, während sich Jürgen, Christin, Johannes und Gerd den Halbmarathon vornehmen. Das wird nice. Der Start rückt näher, noch ist es recht angenehm, was die Temperaturen angeht. Roland, Anja und Thomas sind unsere Startläufer für die Staffeln. Ab geht das. Wir warten an der Strecke. Etwas später, als dritter und nicht allzu weit hinter dem ersten Marathonläufer übergibt Roland das Startnummernband an Tina und sie macht sich auf und davon um es an Micha weiterzureichen. Auch Anja lässt nicht lange auf sich warten und kommt als führende unter den Frauenstaffeln auf Viki zugerannt, die sich auf den Weg nach Muggendorf macht. Dort wartet Tina dann im Anschluss an Ihren ersten Abschnitt und macht in der Frauenstaffel direkt weiter. Auch Roland ist direkt weitergezogen, der übernimmt später das Band von Thomas für die Zweierstaffel. Mitgekommen? So geht Staffel heute😀. Nach den ersten Staffelübergaben, warten. Anja und Hans-Jürgen leisten mir beste Gesellschaft. Wir klatschen und feuern die Läuferinnen und Läufer an. Man sieht bekannte Gesichter: Die Sonntagsläufer sind da. Und WOW! Ein Mann aus dem Jahrgang 1940 läuft hier den Halbmarathon und wird am Ende noch 16 Läufer/innen hinter sich lassen. Respekt! Ich warte bereits ungeduldig auf Niko, der Micha ablösen wird. Nervös? Ich suche gefühlt 10x das Dixi auf. Na TOI TOI (TOI), das kann was werden... 
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Mit Tina, Niko und Micha
Foto: Andreas Klupp
Es wird wärmer und es sind kaum Wolken am Himmel. Ich kenn die Wendepunktstrecke die ich laufen muss. Sehr exponiert. Sehr warm und langgezogen. Ein paar Wolken wären toll, aber das wird heute wohl nichts mehr. Egal, warmmachen. Den Radweg auf und ab, während die Aufregung steigt. Podde hat den zehner durch und gesellt sich zu uns. Neben uns macht sich eine weitere Staffel bereit. Der Schlussläufer wartet auf seinen Einsatz, genau wie ich. Das ist krass spannend. Wann kommt Niko? Wann findet bei den anderen die Übergabe statt? Da kommt ihr Mann, abklatschen, Uhr starten und weg. Ich schau ihm hinterher, nicht mehr zu sehen. Der ist weg. Man munkelt es sei eine reine Männerstaffel, das wäre natürlich top. Dann hätten wir als Mixed noch Chancen auf den Sieg, denn sonst kam noch keine andere Staffel vorbei. Niko kommt nach starkem Fight angerannt, abgeklatscht, Nummerband rum, Start drücken und ab! Durch Ebermannstadt über die Startlinie und gleich gemerkt, dass ich viel zu schnell los bin. 03:30/min ist etwas gut gemeint. Also nehm' ich ein wenig raus und versuche mich bei 3:45-3:50/min einzupendeln. Nach Ebermannstadt ist es vorbei mit dem Schatten und die Sonne knallt mir aufs Gesicht. Dazu eine Brise Gegenwind. Aber hier und da wird man von Radfahrern und Spaziergängern vorangetrieben. Das motiviert. Die Strecke zum Wendepunkt nach Weilersbach zieht sich. Vor mir niemand, hinter mir niemand. Schon wieder allein unterwegs. Geht das nur mir so? Sicher nicht, denn da kommt mir der Schlussläufer von eben entgegen. Vor ihm und hinter ihm ist auch tote Hose. Niemand da, an den man sich hängen kann, macht jeder von uns sein eigenes Rennen. Wir grüßen uns und rufen uns zwei, drei motivierende Worte zu. Es wird gefühlt wärmer. Der Wendepunkt ist zu sehen, ab da vorne gehts wieder nach Hause. Der Sprecher liest unsere Startnummer vor, sagt wir sind auf Platz zwei. Wie krass, wie geil wär das denn hier wenn wir echt zweiter würden, geht mir durch den Kopf. Weiter gehts. Ich versuch die Leute zum Dampf machen zu bewegen, und mir damit ein wenig ihrer Anziehungskraft als Schwung bis nach Ebermannstadt zu nutze zu machen. Das zieht, sie feuern an und machen Lärm. Es geht zurück, keiner kommt mir entgegen, also keiner hinter mir. Da geht heute was! Tina und die Jungs haben eine Bomben Vorarbeit geleistet. Wehe du brichst dir jetzt den Haxen, denke ich als nächstes. Bis km 7 kann ich gut die 3:50/min halten. Dann zieht mir die Sonne laaaangsam den Stecker. Kurz rausnehmen, wieder anlaufen. Bis nach Ebermannstadt ist es nicht mehr weit und ich seh schon die Bäume am Ortsrand. Die werden mir gleich dankbarst Schatten spenden. Endlich bin ich raus aus der Sonne. Dominik, Ines und Roland kommen mir entgegen. Das tut gut, vertraute Gesichter zu sehen, denn die Beine werden langsam schwer. Die letzten paar hundert Meter und ich hör schon den Sprecher am Zieleinlauf. Die Musik, die Leute. Da kommt Tina auf die Straße gerannt und reiht sich links neben mir ein. Kurz darauf Micha von der rechten. Endorphine, Dopamin, Serotonin, Adrenalin und was es noch so alles gibt, hauts mir durchs Rückenmark, den Kopf, quer durch die Lunge und über das Herz direkt in Beine. Niko ist jetzt auch da. Wir rennen zusammen, dicht vorbei an den Pompons der Cheerleader, ins Ziel.
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Am Ende gings aufs Treppchen...
Ich bin immernoch der Meinung dass wir zweiter sind, hörte sich in Weilersbach ja noch so an. Aber das hält nicht lange, denn der Zielsprecher ist da anderer Meinung. Die Staffel vor uns war tatsächlich eine reine Männerstaffel. Als Mixed Team haben wir das Ding heute also gewonnen! Mit einer Zeit von 2:48:09 netto stehen wir ein paar Stunden später oben auf dem Treppchen. Kurz davor durfte unsere Mädelsstaffel auch ganz nach oben, denn die haben mit 3:29:50 ebenfalls den ersten Platz abgeräumt! Sehr gelungenes Ding also! Als morgens der Wecker geklingelt hat, hab ich mich kurz noch gefragt, warum man sich sowas am Sonntagmorgen gibt. Stunden später ist klar, dass man für sowas gerne aufsteht. Das wird noch eine ganze Weile nachklingen, an sowas kann man sich gerne zurückerinnern. Fakt ist schon jetzt: wir kommen wieder! Und kurz nach dem Endspurt in Ebermannstadt, steht schon der nächste an. Die Vorbereitung auf den Berlin Marathon geht in die Endphase. Aber vorher kommt noch der Kuckuckslauf in Kemmern. Auch dafür würde ich gerne wieder früh aufstehen.


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...auch für unsere Mädelsstaffel
Foto: Andreas Klupp

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