Dienstag, 3. Mai 2022

MaliCrew goes Kramp Run

...fühlt sich doch eigentlich alles noch gut an, stell ich fest. Und sind ja eigentlich auch nur noch zwei Runden, versuch ich mir einzureden. Noch zweimal hier vorbei, noch zweimal um diese steile Kurve rum, die echt Kraft kostet. Noch zweimal die langgezogene Start/Zielstrecke und zweimal noch die kleine Gasse runter, nach diesem Zick-Zack Weg, wo man aber runterwärts trotzdem arbeiten muss. Noch zweimal das lange Stück an der Regnitz entlang. Noch zweimal durch diese geniale lautstark anfeuernde Menschenmenge. Zweimal noch vorbei an diesem krass gut gelaunten Kerl im gelben Shirt der hier Mucke macht, der einem richtig die Sporen gibt. Zweimal noch durch die Menge auf der Start/Zielstrecke "bleib dran Bayreuther!" ruft's von irgendwoher. Zweimal noch am Stimmungsnest an der Verpflegungsstation vorbei "Yeah! MaliCrew!" ruft's von irgendwo anders her. Das Wasser lass ich heute mal aus. Könnte Seitenstechen geben oder mir auf die Sonnenbrille spritzen, da hab ich keine Lust drauf. Denn eigentlich fühlt es sich doch noch gut an. Aber von vorne.
StadtLandWald Laufblog Laufen in Bayreuth und anderswo | Kramp Run Bamberg
Rundenlaufen trainieren
Anfang der Woche ging es noch etwas ruhiger zu. Dienstag Lauftreff, eine Runde mit der MaliCrew, etwas über 10km, das taugt. Mittwoch dann aber nochmal nach Thiergarten runter, drei Runden schnell. Auch gut. Donnerstag Pause und am Freitag letzter Formcheck vor dem Kramp Run. Nochmal nach Thiergarten und wieder drei Runden, 6km schnell. Auch alles gut. Man das könnte echt was werden... Aber man redet ja nicht drüber, ich hab das Talent sonst irgendwas zu beschreien. Und das will man ja vermeiden 😊. Wir verlassen die Nähe zur Quelle des Roten Mains und fahren los, in Richtung der Regnitz. Schnell noch ein Selfie von oberhalb der Hutablage durchs Auto machen und in die Gruppe schicken "we're on the way to bamberg". On the way to Kramp Run. Dauert nicht lange und die anderen geben ebenfalls bescheid, dass sie gesund und munter, sowie gut gelaunt auf dem Weg sind. Wir kommen an und treffen uns im perfekten Timing zum parken in der Tiefgarage. Kurz noch auf einen Besuch zu Michael und Ulrike, derb Gastfreundlich die beiden. Warten auf die anderen. Und irgendwann müssen wir letztendlich dennoch los, auch wenn die Couch auf jeden Fall mal bequemer ist als das, was noch kommt. Aber erstmal bleibt's gemütlich, 2,5km sind es zu Fuß zum Start. Das passt. Schön an der Regnitz entlangschlendern, etwas Sonne, ein paar Wolken. Traumhaft. Nicht zu warm, nicht zu kalt, kein Wind, perfektes Laufwetter. 
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Team MaliCrew beim Kramp Run Bamberg
Von weitem hört man schon die Musik und ist von 0 auf 100, sofort in Stimmung. So viele Leute hat man lange nicht mehr gesehen, nicht bei Läufen zumindest. Das ist wieder alles sehr normal, endlich. Noch dreimal das Vereinsheim besuchen um sich zu erleichtern, auch wieder normal, endlich. Das MaliCrew Kollektiv sammelt sich zum letzten Austausch von Nervosität, gegenseitigem pushen und obligatorischem Prestart-Fistbump, sowie dem jeweils anderem viel Spaß und Erfolg wünschen. Einreihen im Starterfeld. Micha sagt mir des öfteren wo ich mich einreihen soll, dabei such ich verzweifelt nach Roland. Und finde ihn irgendwann. Ich wage es, mich dort mit hinzustellen. Um 14:15 zählt der Mann am Mikro runter. 10,9,8,3,2,1, hey das war zu schnell. Aber egal, ab geht der Peter. Dauert nicht lange und Roland ist etwa 20 Meter vor mir. Aber ich versuch dennoch so gut es geht ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Dass ich nicht rankommen werde, ist klar. Aber zumindest etwas mitgehen will ich heute schon. Gleich ein leichter Anstieg nach dem Start, klappt gut. Der kommt aber noch dreimal. Danach die kleine Gasse runter und rechts um an der Regnitz entlang. Das Stück zieht sich ein wenig, bietet aber gute Stimmung am Streckenrand. Am Ende eine recht steile Kurve, kostet Kraft aber ist machbar, denn kurz davor steht lautstark anfeuernd der legendäre Kerl mit dem gelben Shirt und macht Mucke. Wieder langgezogen geradeaus, vorbei an der klatschenden Menge, die die Läufer pushen geht es in Runde zwei. Die erste der vier 2,5km langen Runden läuft gut, auch die zweite kann ich Roland noch nicht allzuweit entfernt sehen und meine Pace gut halten. Wenn auch ich mittlerweile mal wieder allein unterwegs bin. Warum passiert mir das immer 😂? 30 Meter vor mir keiner, und hinten hör ich auch keinen, dreh mich kurz um, ja ist auch ein Stück zum nächsten. 
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Happy im Ziel zu sein. 
Das ist irgendwie seltsam und hart. Aber das Feld zieht sich nunmal auseinander, und wenn mal keine/r da ist, läuft man eben für sich selbst. Und gegen die Uhr. Das coole am Kramp Run ist aber, dass, obwohl Rundenlaufen nicht jedermanns Sache ist (meine ja eigentlich auch nicht unbedingt 😀), es nicht langweilig wird. Die Stimmung an der Strecke ist genial, die Organisation super gestaltet. Musik an vielen Ecken und viele Menschen die einen anfeuernd durch die langen geraden Tragen. In der letzten Runde war Roland dann weg, kein Kraut dagegen gewachsen. Froh im Ziel zu sein war ich dennoch.  Am Ende kam ich mit 37:31 als 18ter ins Ziel und konnte in meiner Altersklasse sogar dritter werden. Mit dem Team haben wir auch wieder gut was gerockt: Platz drei geht schwer in Ordnung. Vielleicht haben wir das dem krass gut gelaunten Typ mit dem gelben Shirt und der Mucke zu verdanken? Er hat sicher, wie viele andere auch, dazu beigetragen dass das alles gut gerollt ist. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Aber jetzt erstmal sehen wohin es als nächstes geht, wenn es wieder heißt: MaliCrew goes....

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