Samstag, 6. August 2022

Was blüht denn da am Wegesrand? Teil 2

Schon vor einer Weile habe ich in einem Beitrag etwas über ein paar unserer Frühjahrsblüher geschrieben. Die ersten im Jahr, die unseren Insekten Nektar spenden und den Frühling einläuten. Doch auch den Sommer über ist es (oder sollte es zumindest sein) an vielen Stellen bunt. Von den Sommerblühern, die wir beim laufen am Wegesrand sehen können, möchte ich Euch heute einige vorstellen. Die sind nicht nur Nektarlieferanten für Hummeln und Wildbienen oder Fraßpflanzen für Schmetterlingsraupen, sondern bringen auch einiges an Heilkräften mit sich und haben teilweise sogar interessante Geschichten hinter Ihrer Namensherkunft zu verbergen.

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Kohlweißling an Wiesen-Flockenblume
Einer der besten Nektarlieferanten und somit Insektenmagneten überhaupt, ist die rosa bis purpurrot blühende Wiesen-Flockenblume. Die Wiesen-Flockenblume wächst am Wegesrand am liebsten auf lehmigen Böden. Sie blüht bis in den Herbst und ist damit einer der bedeutendsten Nektarlieferanten für unsere Insekten. Früher hat man die Blätter und Triebe als Hopfenersatz beim Bierbrauen verwendet. Bücher über Heilpflanzen beschreiben die Bitterstoffe der Wurzel als fiebersenkend. Die Heilwirkungen der Wiesen-Flockenlbume sind ausserdem ähnlich wie die der Kornblume. 


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Spitzwegerich: Top gegen Entzündungen
Der Spitzwegerich ist seit der Antike eine der am meistverwendeten Heilpflanzen. Seinen Namen hat die Wegrandpflanze von seinen spitz zulaufenden Blättern der Bodenrosette. Die Blätter sind gut als Salatbeilage, oder gekocht wie Spinat. Aufgekocht in Tees wirkt das Kraut gut gegen Husten und Entzündungen im Mund-Rachenraum. Bei Hautentzündungen und Insektenstichen kann man Spitzwegerich auch äußerlich anwenden. Einfach die Blätter zerreiben und auf den Stich halten. Im Garten bietet der Spitzwegerich ausserdem wichtiges Futter für viele Schmetterlingsraupen, wie z.B. für einige der gefährdeten Scheckenfalter.


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Nektarlieferant³: Die Acker-Witwenblume
Die rosafarbene Acker-Witwenblume ist ebenfalls ein Bienen- und Schmetterlingsmagnet. Sie ist eine unserer heimischen Wildpflanzen, die am meisten Nektar bietet. In einem Blütenkörbchen der Pflanze können bis zu 50 Blüten vorkommen. Sie wird bis zu 80cm hoch und blüht von Mai bis September. Heute wird die Witwenblume nur noch selten als Heilpflanze erwähnt, früher versuchte man sich aber sogar bei der Pest und Krätze an ihrer Heilwirkung. Weitere Namen der ausdauernden, krautigen Pflanze sind z.B. Nähkisselchen oder Wiesenskabiose. 


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Der Natternkopf hat seinen Namen von seinen
Schlangenmaulähnlichen Büten
Ein weiterer Vertreter der Nektarbomben ist der Gewöhnliche Natternkopf. Vor allem Hummeln stürzen sich auf die Blüten. Anfangs sind die Büten rosa, doch später, dann wenn sie keinen Nektar mehr bieten, färben sie sich blau. Bienen lernen das und sparen sich so den Aufwand die Blüte zu besuchen. Blüten bietet de Pflanze ja genug, da findet sich immer etwas. Auch Schmetterlinge fliegen auf den Natternkopf. Es wurden über 40 Arten festgestellt, die die Blüten nach Nektar abklappern. Zur Heilwirkung des Natternkopfs gehören z.B. ein hustenstillender, harntreibender Tee, oder die Wurzeln, die als Salbe oder Breiumschlag bei Hautproblemen und Verletzungen des Bewegungsapparats helfen können. Ähnlich dem Beinwell.



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Die Wilde Möhre lockt Käfer und Wanzen an
Die Wilde Möhre macht ihrem Namen alle Ehre. Zerreibt man die Blätter, duften sie gut nach Möhren. Zu erkennen ist der Doldenblütler an der dunklen Einzelblüte in der Mitte der Blütendolde. Viele Tiere, wie Bienen, Wanzen und Käfer tummeln sich auf den Blüten der Wilden Möhre. Auch die Raupe des Schwalbenschwanzes nimmt die Pflanze gerne als Hauptnahrungsquelle an. Nach der Blütezeit rollt sich die Blütendolde zusammen. Wenn man sie öffnet findet man gerne überwinternde Insekten darin. Das enthaltene Carotin ist gut für die Augen, das Kalium gut fürs Herz. 


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Die Wegwarte:
Eine Frau die auf Ihren Geliebten wartet?
Um die Wegwarte ranken sich viele Mythen und Sagen. Zauberkräfte, vor allem in der Liebe werden ihr nachgesagt. Des weiteren sagt man, sie sei ein verwandeltes Burgfräulein, das auf die Heimkehr ihres im Krieg gebliebenen Geliebten wartet. Ob das so stimmt? Sicher ist jedenfalls: die Hosenbiene (Bild) ist auf der Wegwarte sehr glücklich. Sie sammelt den Pollen auf ihren Beinen, was dann aussieht wie eine Hose. Später wird der Pollen mit Nektar vermischt und dient dem Nachwuchs im Larvenstadium als Nahrung. Tee aus der Heilpflanze des Jahres 2020 regt den Stoffwechsel an und wirkt harntreibend.



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Was hat die Schafgarbe mit der
Achillessehne gemein?
Die Schafgarbe blüht von Mai bis Oktober. Sie mag aussehen wie ein Doldenblütler, ist aber keiner. Die Blütenköpfe entspringen verschiedenen Punkten, während sie z.B. bei der Wilden Möhre nur aus einem Punkt kommen. Die Schafgarbe ist ein Korbblütler. Auch sie wirkt entzündungshemmend, blutreinigend und allgemein kräftigend. Man nennt sie auch Achilleskraut. Der Name geht auf Achilleus zurück: der nahezu unverwundbare Held aus dem Trojanischen Krieg, der die Pflanze als Droge entdeckt und als Heilmittel verwendet haben soll. Seine einzige Schwachstelle war die Achillesferse, Namensgeber der Achillessehne. Ob sie wohl auch bei Achillessehnenbeschwerden hilft?

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