Sonntag, 26. Juni 2022

Tag drei am Goldsteig. Über Schachten und durchs Moor...

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Die Sonne steht noch nicht allzu hoch
über den Schachten des Bayerischen Waldes

Gut ausgeschlafen heute. Es ist kurz nach halb sieben und die Morgensonne wärmt den Berg auf. Ich steh auf und meine Beine fühlen sich heute nach Laufen an. Es geht vom Großen Falkenstein zum Großen Rachel. Die letzte Etappe hat ca. 26km und knappe 900hm. Ich packe meinen Rucksack und gehe die Treppe nach unten zum Frühstück. Sieht gut aus. Brot, Käse, Nutella, Honig, alles auf was ich jetzt Bock habe. Dazu Saft und ein toller Blick aus dem großen Panoramafenster des neuen Falkensteinschutzhauses. Ich esse viel, aber nicht zuviel. Trinken ist das wichtigere. Ich schlucke, bevor es losgeht, nochmal über eineinhalb Liter runter, dann sollte jede Zelle meines Körpers ordentlich nass sein. In Bayerisch Eisenstein habe ich gestern ohnehin nochmal für Getränkenachschub gesorgt. Zusätzlich zwei 0,5 Liter Flaschen passten noch in den Rucksack. Schon geil, was der inov-8 Race Elite so fassen kann, ohne dabei nervig am Rücken zu baumeln. Laut Karte komme ich auch an einigen Bächen und Quellen vorbei. Das ist wichtig, denn es soll wiedermal ausreichend warm werden und eine Einkehrmöglichkeit gibt es auf diesem Teil des Goldsteigs nicht. Ich gehe nochmal aufs Zimmer, schaue ob ich alles dabei habe und nichts vergessen hab und zieh die Tür hinter mir zu. Ich gebe meinen Schlüssel ab, das Personal der Hütte ist im übrigen der Hit, freundlich, aufmerksam, toll. Hier fühlt man sich wohl. Da kann man sicher toll ein langes Wochenende auf dem Berg bleiben. Vielleicht machen wir das mal. Unten im Schuhkeller treffe ich auf eine Wanderin, die läuft ebenfalls die gleiche Strecke und hat hier genächtigt. Wir plaudern ein wenig und tauschen uns über unsere Erfahrungen aus. Sie ist leicht verblüfft, als ich ihr sage, dass ich nur mit 3kg unterwegs bin. Sie hat gute 13kg dabei. Aber man lernt mit der Zeit eben, was man wirklich braucht und was Luxusartikel sind. Was habe ich denn alles dabei? natürlich das was ich anhabe, also eine Laufhose, ein Tank Top und mein Cap, sowie meinen Laufgürtel in dem sich mein Messer und meine GoPro befinden. Im Rucksack findet sich noch: eine Ersatzhose, ein Ersatzshirt, ein Longsleeve falls es mal frischer wird, Ersatzsocken, ein kleines Erste Hilfe Set (mit zwei Mullbinden, Pflastern, Zeckenzange, Schmerztabletten, etc.), Taschentücher, 2x0,5 Liter Wasser, Ladekabel und eine kleine Powerbank, Mini Hygiene Set (Shampoo, rei, Zahnpasta, Zahnbürste, Sonnencreme, Nivea Creme), Geldbeutel, Kleines Handtuch, ein paar Riegel und eine Nussmischung. Man sieht, es braucht nicht viel zum Glücklichsein.

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An jedem Bach was für die Hydrierung tun

Ich laufe los und es geht erstmal schön eben vor sich hin. Perfekt zum reinkommen. Nach den ersten paar hundert Metern dann aber ein knackiges Stück bergab, rollen lassen ist hier nicht, zu steil, aber es geht in den Wald und der hat eine perfekte Temperatur. Ich komme schon an der ersten Quelle vorbei, ehe es wieder leicht bergan in einen reinen Buchenwald geht. Noch nie gesehen, dass es auch Buchenmonokulturen gibt. Hier lebt ebenso wenig, wie in einer Fichtenplantage. Sieht aber wenigstens schöner aus und das Klima ist angenehmer. Ich laufe weiter und mein Weg führt mich, wie schon gestern über den ersten Schachten. Hier ist das Land noch offen und man kriegt die volle Sonne ab. Schön anzusehen sind die Schachten. Schade nur, dass sie nicht mehr genutzt werden. Am Scheuereckberg (1193m) habe ich kurz Probleme den Weg wieder zu finden und suche verzweifelt nach dem Goldsteig Symbol, welches sonst oft gut sichtbar an Bäumen und Schildern angebracht ist. Nach kleiner Irrfahrt finde ich mich aber wieder zurecht und bin auf dem richtigen Weg Richtung Rachel. Menschen treffe ich auf dieser Etappe kaum welche. Ob das an der fehlenden Einkehrmöglichkeit liegt? Am Wetter sicher nicht, denn das hält traumhaft durch. Das nächste Stück ist ein wenig monotoner, es geht ein paar Kilometer auf einem welligen Forstweg entlang, aber irgendwann geht es mal links weg hoch in den Wald. Dort treffe ich auf zwei Wanderer, die gerade ihre Wasservorräte auffüllen. Ich mach dasselbe und wir unterhalten uns ein wenig. Die beiden kommen aus Hannover und Bremen und sind auf dem Weg den kompletten Goldsteig abzuwandern. Von Marktredwitz über die Nordroute bis eben nach Passau. Das ganze Brett. Und die haben leider erst vor kurzem erfahren, dass das Waldschmidthaus am Rachel geschlossen hat. Keine Übernachtungsmöglichkeit. Die beiden müssen wohl Abends noch runter vom Berg und sich eine Alternative suchen. Das ist hart nach einem so langen Tag. Denn sie haben auch noch einige Kilometer und Höhenmeter vor sich. Wir reden noch ein wenig weiter und wünschen uns viel Spaß auf unserer weiteren Tour. Das waren ein paar der wenigen, die ich auf dem Weg getroffen habe. Bis zum Rachel, oder zumindest bis kurz davor, kann man die Menschen, die ich getroffen habe, an einer Hand abzählen. Schade, wenn man bedenkt, dass das hier wirklich eine der schönsten Routen des Goldsteigs ist. So abwechslungsreich über die Schachten, durch Wald, vorbei an vielen Quellen, an denen man sich erfrischen kann. Warum lassen sich das so viele entgehen? Nur weil es unterwegs keine Pommes zu kaufen gibt? Man weiß es nicht. Für mich geht es jedenfalls weiter und ich habe gut die Hälfte der Strecke hinter mir. Weiter durch den Wald, weiter vorbei an Quellen und Bächen, bei denen ich an jeder mein Cap nasskalt mache und meine Wasservorräte auffülle. Soft Flasks leertrinken und mit bestem Bergwasser wieder auffüllen. Was will man mehr? Ich komme vorbei am Lindberger Schachten und es geht etwas bergab. Danach nochmal hoch in einen wunderschönen Mischwald mit tollen Singletrails. 

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Der Latschensee lädt zum Pause machen ein.

Jetzt bin ich happy, dass hier keiner ist, denn ich kann den Trail gut durchlaufen und muss niemanden ausweichen. Ich komme aus dem Wald und laufe direkt auf den Latschensee zu. Das Wasser sieht schon sehr moorig aus und ich bin sicher ganz nah am Zwieselter Filz. Hier mache ich Pause und gönn mir einen meiner Riegel. Mmmmmh schön warm und durchgeweicht das Teil, aber schmecken tut er. Ich bleibe eine Weile hier sitzen und genieße den Blick auf diesen tollen kleinen See, ehe ich weiter laufe und das Moor auf seinem Bohlenweg durchquere. Sicher gute 2km geht es hier auf Bohlen durch das Hochmoor Zwieselter Filz. Hochmoore werden nur durch Niederschlägen gefüllt und sind sehr nährstoffarm. Das Moor ist 25 Hektar groß und ist Heimat des Sonnentaus. 

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Das Zwieselter Filz mit seinem Bohlenweg.
Wunderschön.

Sehr imposant lässt es sich durchqueren. Es ist auf jeden Fall eines der Gegenden, in denen ich in diesen drei Tagen sein drufte, die am meisten Eindruck hinterlassen. Am Ende des Zwieselter Filz kommt man am nächsten Schachten vorbei. Auch hier mache ich kurz Pause und genieße den Blick über die Weide. Ich laufe weiter und liege etwa 50 Meter weiter auf dem Bauch. Ein morsches Stück Holz, das durch die ganzen Heidelbeersträucher verdeckt war, hat mir das rechte Bein festgehalten. Alles gut gegangen, nur das linke Knie hat ne kleine Macke. Wird schon gar halten. Ich laufe weiter und merke das Knie. So kurz vorm Schluss sollte möglichst nichts mehr passieren, denke ich und gehe davon aus, dass sich das wieder rausläuft. Etwas später habe ich keine Probleme mehr und kann wieder bedenkenlos laufen. Einen knappen Kilometer liege ich wieder flach. Diesmal ein Stein, der das linke Bein nicht weiterlassen wollte. Was ist denn jetzt los? Stolper ich gar auf den Rachel? Ich bin kurz dem Verlorenen Schachten und komme nochmal an einem Bach vorbei, an ich mein Cap etwas nass und kalt machen kann. auf dem Weg zum Bach knicke ich rechts hart um. ALTER! Aber irgendwie geht es gut. Ich grüße die Leute dort, die aus unbekannten Gründen zwei 10Liter Kanister befüllen und laufe weiter an einer Tschechischen Wandergruppe vorbei am Verlorenen Schachten und begebe mich auf das letzte Stück vor dem Großen Rachel. Hier büße ich leider nochmal zwangsläufig einige Höhenmeter ein, ehe ich am Fuß des Berges stehe und den letzten Anstieg meines Trips vor mir habe. Ich füll nochmal alles an einem Fluss auf und mache mich auf den Weg. Das erste Stück geht es über einen Forstweg in entspanntem Anstieg bergauf und ich kann das alles gut laufen. Wenn das so weitergeht, bin ich in einer 3/4 Stunde oben, denke ich. Mittlerweile hat sich meine Beinmuskulatur so an das Bergauflaufen eingestellt, dass ich recht flott hochkomme. Aber dann kommen endlich mal richtige Bergwege auf mich zu und ab hier kann ich fast nur noch gehen. Vorbei an kleinen moorigen Teichen, auf engen Wegen komme ich langsam, aber dafür in schönster Umgebung voran. es wird steiler, höher, und der Ausblick mit jedem Schritt schöner. Es ist derb anstrengend und die Sonne platzt jetzt ausreichend heiß runter. Aber bald sollte ich oben sein und denke an meine zwei Wanderer aus dem hohen Norden. Die haben das alles noch mit ihren schweren Rucksäcken vor sich, wenn es noch heißer sein wird. Das erinnert mich an die erste Wanderung, die ich mit meinem Bruder und seinem Kumpel Steffen über die 12-tausender von Schönbuchen zum Großen Arber unternommen haben: Bullenhitze und viel zu viel Gepäck dabei. Ich bin glücklich über meinen leichten Laufrucksack mit Sparausrüstung. 

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76,5km und 3.625hm später:
Am Ziel auf dem Großen Rachel
Auf den letzten Metern bis zum Waldschmidthaus kann ich wieder laufen und genieße die Aussicht über diese Hochebene. Der Rachel ist immer wieder eine Reise wert. Die nächste Etappe würde mich zum Lusen führen. Aber für mich ist hier Schluss. Drei Tage Goldsteig liegen hinter mir. Das waren 76,7 Kilometer mit insgesamt 3.625 Höhenmetern, für mich und mein Spendenprojekt für die Freie Naturschule Ravensburg. Ich bin glücklich, diesen Trip gemacht zu haben und dass ich diese vielen tollen Eindrücke und Erfahrungen aufsaugen durfte. Die vielen Gipfel, die Begegnungen mit inspirierenden Menschen, die Landschaft mit ihren Wäldern, Schachten, Seen, Ausblicken, Sonnenuntergängen, Quellen und Bächen, die Krämpfe und das schwitzen, die Fliegenplagen und der Durst, das einkehren, die Anstiege auf die Berge und vieles anderes. Das macht Lust auf mehr. Und ich kann jedem, der das hier liest, nur empfehlen mal wieder rauszugehen und die Natur zu erkunden. Denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Und was jetzt? Mir schwirren schon die nächsten Dinger im Kopf rum, aber erstmal lass ich alles sacken.

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Man kommt auch mit wenig gut zurecht.
Es braucht oft nicht viel zum Glücklichsein.

Donnerstag, 23. Juni 2022

Tag zwei am Goldsteig. Immer am Wasser entlang...

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Am Großen Arbersee
Die Nacht war eigentlich ganz in Ordnung, gut geschlafen, aber ich fühl mich immernoch nicht richtig fit, obwohl die Betten und Zimmer sehr gemütlich sind. Heute gehts weiter zum Großen Falkenstein (1315m). Ich brauch erstmal was zu essen. Um 07:30 Uhr gibts Frühstück, mal sehen was danach so geht. Cool, Frühstück aufm Berg. Das motiviert ja schon ne Runde. Pünktlich halb acht bin ich unten im Frühstücksraum. Sieht auch alles top aus. Im Arberschutzhaus lässt sich's aushalten. Das war gestern schon mein erster Eindruck. Vollkornbrötchen mit Käse, Vollkrönbrötchen mit Honig, das ist genau das richtige jetzt. Dazu 3-4 Gläser Orangensaft. Aufs Käsebrötchen kommt eine Prise Salz, soviel Elektrolyte wie ich gestern verloren habe, sicher nicht das schlechteste. Wenn ich heute wieder so schwitzen darf wie gestern, will ich etwas besser vorbereitet sein. Ich komme mit meinem Gegenüber am Tisch ins plaudern. Das ist easy am Berg, man hat ja gleich ein Thema. Nach dem Namen hab ich nie gefragt, auch das Alter ist an mir vorbeigegangen. Aber er erzählte, dass er in den 60ern gerne getrampt ist. Ich schätze ihn also auf gute 80. Fitte 80, denn er ist wandernd am Goldsteig unterwegs, und nicht mit der Gondel hier hoch gefahren. Er startete am Falkenstein und kam gestern von Bayerisch Eisenstein aus an. Er will heute nach Eck. Also genau die entgegengesetzte Richtung, die ich eingeschlagen habe. Respekt, denke ich! Den ganzen Weg, mitsamt den letzten knapp 7km nur bergauf hoch zum Großen Arber. Und jetzt die Wellige Runde bis nach Eck. Solche Menschen inspirieren mich. In diesem Alter noch derart fit unterwegs zu sein, das ist das Ziel. Wir unterhalten uns noch ein wenig und stärken uns für unsere heutige Etappe. Auch er trinkt das ein oder andere Glas Saft mehr. Das macht Sinn, denn heute wird es sicher wieder gut warm. Wir verabschieden uns und wünschen uns noch viel Spaß auf der Tour. Er geht nach draußen, und ich nochmal aufs Zimmer. Eine halbe Stunde noch kurz das Frühstück setzen lassen, bevor es weitergeht. Ich lege mich nochmal kurz aufs Bett und bin kurz drauf ein neuer Mensch. 

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Der Geigenbach, kurz vor Seebachschleife
Der Rucksack ist gepackt, die Soft Flasks sind voll. Letzter Blick durch den Raum. Nix vergessen. Ich ziehe die Tür des Zimmers "Lusen" (das wäre die übernächste Etappe) ran und checke aus. Sagt man das am Berg so? Kurz drauf steh auch ich draußen und gehe die ersten Meter bis zum Schild, das mir die Richtung zeigt. Ich laufe los. Wow, das fühlt sich super an. Es geht steinig und felsig bergab. Etwas technisch und ich muss gleich am frühen Morgen aufpassen wo ich hintrete. Wenig Verkehr, noch kaum Menschen unterwegs und ich kann den Blick vom Arber herab genießen. Ich komme in ein kühles Waldstück und laufe immer weiter bergab. So kann das von mir aus die ganze Zeit weitergehen. ich bin dankbar, dass ich es heute mal etwas rollen lassen kann. Ich verliere schnell an Höhe und nach einer steilen Linkskurve bin ich schon auf dem Weg zum Großen Arbersee. Durch die Bäume hindurch kann ich das Wasser schon sehen. Ich halte unten kurz und mache ein Foto. In der Wirtschaft schnorre ich mir ein paar Tütchen Salz und hau mir eine Prise in die Soft Flasks. Sollte passen. Weiter gehts immer bergein am Geigenbach entlang. Wunderschöner rauschender Gebirgsbach. Bis ich nach Seebachschelife komme, habe ich fast 7km nur bergab gemacht. Krass, das ist er mit seinen 80 Jahren gestern alles rauf. Ich bin immernoch geflasht. In Seebachschleife links weg folge ich jetzt dem Kleinen Regen durch den Wald. Immer am Wasser entlang, ab und zu das Cap im kalten Fluss nass machen, das fühlt sich genial an. Schöner weicher Waldboden, minimalste Steigung bis nach Bayerisch Eisenstein, wo ich mir in der Tankstelle und bei der "Kramerin" meine Verpflegung für die nächste Etappe hole. Eine Ortschaft kommt nicht mehr nach dem Falkenstein, also einkehren kann ich morgen nicht, ich muss deshalb gleich alles dabei haben, da tut ein extra Liter Wasser sicher gut. In Bayerisch Eisenstein überquere ich den Fluss und laufe wieder in den Wald. Immernoch eben kommt bald nur ein kleiner Rücken, den ich überqueren muss. Das ging leichter als gedacht. Ab jetzt gehts bis nach Zwieslerwaldhaus nur noch flach weiter. So eine dankbare, schöne Etappe. Die Route führt mich durch ein urwaldähnliches Waldgebiet, was seit einigen hundert Jahren kaum noch bewirtschaftet wird. 

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So sollte ein Wald aussehen. Mischwald, viel Totholz, kein Verkehr, eine Tanne (rechtes Bild) die über 600 Jahre und über 50m hoch werden durfte. Wo findet man sowas in unseren Wirtschaftswäldern noch? Ich bin beeindruckt und halte kurz inne, um die Kühle und die Ruhe des Waldes zu genießen. In Zwieslerwaldhaus angekommen, geht es eigentlich "nur noch" zum Falkenstein. 5km bergauf, das sollte noch drin sein, sagen meine Beine. Auch Wasser habe ich noch genug, ich kehre aber dennoch im Historischen Gasthaus ein. Ich bestelle mir das obligatorische alkoholfreie Weizen. Niemand da, nur am Nebentisch sitzt jemand. Wir kommen ins Gespräch und ich setz mich zu ihm rüber, so müssen wir nicht quer durch den Biergarten reden. Franz kommt aus Straubing, macht Kurzurlaub hier und war heute schon am Falkenstein. Um sieben Uhr morgens ist er mit leerem Magen los, hat oben gegessen und sitzt jetzt, kurz vor zwölf, schon wieder hier. Hut ab, das war flott. Wir unterhalten uns, stoßen an, er bestellt sich ein Schnitzel und das sieht verdammt gut aus. Aber jetzt was essen wäre zu derb. Dann komm ich nicht mehr hoch. Ich bleibe noch eine Weile sitzen und verabschiede mich dann. Er schaut mich fragend an "gehst scho weiter?" ich hab Bock auf was deftiges "klar, du hast mich ganz hungrig gemacht mit deinem Schnitzel, ich verdien mir jetzt auch gar mein Essen". Er lacht, isst, ich laufe los und gehe auf die Zielgerade zum Großen Falkenstein. Die ersten paar hundert Meter lassen sich noch gut laufen. Dann wird es etwas steiler und ich baue ein paar zügige Gehpassagen mit ein. Meine Stöcke geben ordentlich Vortrieb. Ich sehe wieder keine Trailläufer. Bis auf gestern die zwei, war heute was das Laufen angeht, komplett tote Hose. "Ich bin wohl er einzige hier, der sich das gibt", denke ich mir, fange an zu grinsen und komme irgendwann in die Richtung Runner's High. Ich freue mich des Lebens. Nach etwa 3km kommt eine Lichtung. Da sitzen zwei und grüßen freundlich. Ich schau mich um. Das ist schon Ruckowitzschachten hier, dann ist es nicht mehr allzu weit zum Gipfel. Schachten waren früher beweidete Flächen, daher waren sie auch sehr Artenreich. Die Beweidung wurde leider aufgegeben, da sie nicht mehr lukrativ war und heute drohen diese Flächen zu verbuschen, der Wald holt sie sich langsam wieder zurück. Für mich geht es weiter, etwas exponierter und nicht mehr geschützt durch den Wald schwitze ich etwas mehr beim letzten Stück und komme megahappy am Falkenstein an. Zeit fürs Gipfelfoto. 
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Angekommen am Gipfel
Danach ist erstmal Ruhe angesagt. Ich beziehe mein Zimmer, sieht auch sehr gemütlich aus, gönn mir eine Dusche und geh wieder nach draußen. Jetzt hab ich mir was verdient, meine ich. Was deftiges Essend, lasse ich den Blick über den Bayerischen Wald schweifen. Die zweite Etappe ist geschafft. Jetzt merke ich meine Beine doch etwas, gehe regenerierend über den Gipfel spazieren und komme hier und da ins Gespräch mit den Leuten.  Am Abend fange ich auch hier einen tollen Sonnenuntergang ein und hau mich ins Bett. War das geil heute! Ausserdem kamen wieder gut 1000hm für mein Spendenprojekt für die Freie Naturschule Ravensburg zusammen. Ich bin gespannt auf morgen. Dann gehts weiter zum Rachel.

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Traumhafter Blick auf den Bayerischen Wald
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Abendstimmung am Großen Falkenstein

Montag, 20. Juni 2022

Tag eins am Goldsteig. Über 12 Gipfel musst du laufen...

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Blick von der Steinbühler Senke
Hier hat der Räuber Heigl also einen Teil seines Lebens verbracht. Ob die Rote Therese auch mit in der Höhle gewohnt hat? Wer weiß das schon. Aber sicher haben sie sich beim Aufstieg in die heutige Räuber Heigl Höhle mit ihrem Diebesgut mehr geplagt als ich mit meinem 2-3 kg im Laufrucksack. Na gut, warmmachen hätte ich mich schon ein bisschen können, dann wären die Waden jetzt vielleicht auch nicht so hart, aber irgendwie hatte ich das erste Stück etwas flacher in Erinnerung. Kaum 3km gelaufen und schon ein paar hundert Höhenmeter hinter mir. Dann kanns ja nicht mehr so weit sein, bis zur Kötztinger Hütte. Kehr ich da schon ein? Neee, ich such mir später ein Eck im Gasthaus Eck, zum Pause machen. Aber jetzt erstmal noch gar hoch hier. Vorbei am Mittagstein, auf 1034m, einer der ersten der 12-tausender Gipfel, die auf dem Weg zum Großen Arber und auf dieser ersten Etappe meines Goldsteig-Runs auf mich warten. Das wird ein Brett. Gleich am ersten Tag ca. 1800 Höhenmeter, verteilt auf gerademal 24km. Unterm Strich gehts auf dieser Etappe ohnehin nur bergauf. Von hier oben hat man schon eine geniale Sicht aufs Tal, aber ich weiß, dass es später auf dem Kamm noch viel schicker wird, bei der Steinbühler Senke. Das Panorama dort sucht seinesgleichen. Da halte ich denke ich mal an und mach meine erste Genusspause. Weiter gehts vorbei an der Kötztinger Hütte. Etwas bergein und rauf auf den Kamm.
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Die Rauchröhren: wunderschön auch für Kletterer 
Den Ausblick hier oben sollte man nicht links liegen lassen. Ich bin zum dritten mal hier oben und es flasht mich immernoch. Hier ist es auch endlich mal etwas eben, und ich kann es ein kleines Stück rollen lassen, als ich weiterlaufe. Aber ohne Hektik. Ist schon teilweise ziemlich eng und technisch der Trail, und macht Spaß. Nicht viel später komme ich am nächsten Gipfel der tausender, den Rauchröhren (1042m), vorbei die immernoch so imposant aus dem Bergkamm ragen, in der Mitte geteilt und auf deren Spitze man eine traumhafte Sicht auf den Lamer Winkel hat. Soviel Wald überall. Die Strecke bleibt weiter eher eben und bis zum Anstieg zum Großen Riedelstein (1132m) geht es weiter über schöne, teils schattige Single-Trails. Die Rotkehlchen singen vor sich hin und die Buchfinken trällern ihre Songs von den Bäumen herab. Hier oben halte ich aber nicht an, sondern werfe nur einen Blick auf das Waldschmidt-Denkmal auf dem Gipfel. Ich will weiter, runter nach Eck, mir mein verdientes alkfreies Weizen abholen. Ab hier geht es nur bergein, auf Forstweg, ganz ungewohnt hier oben. Ist es doch meistens eher steinig, wurzelig und eng. Tempo kommt trotzdem nicht auf, soll es auch gar nicht, ich bin nicht auf der Flucht. Unten angekommen klappt die Uhr just in diesem Moment auf 10km, in dem ich aus dem Wald herauslaufe, um mich etwas weiter links in Richtung Biergarten zu halten. Etwas trinken wäre gut, Hunger hab ich keinen. Die Verlockung ist zu groß mir den Magen vollzuhauen mit irgendeiner genialen Brotzeit, aber dann geht heute nichts mehr außer Seitenstechen. 
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Einer der schönsten Gipfel auf der Tour:
Der Mühlriegel
Also bleibts bei der Flüssignahrung. Natürlich auch die Soft Flasks auffüllen. Kommen ja noch ein paar Kilometer. Auch die Höhenmeter stehen gerademal bei etwa 700m. Da kommen auf den nächsten 15km also noch gut über 1000hm auf mich zu. Und die Sonne knallt gut runter, dazu wird das letzte Stück, wie ich weiß, ziemlich exponiert. Also besser ist das, nochmal alles aufzufüllen. Erfrischt und fit gehts weiter. Okay, nach dem sitzen ists etwas träge wieder reinzukommen und ab hier geht das Brett eigentlich erst so richtig los. Aber ich weiß, dass am Mühlriegel auf 1080m, dort oben, wo mein Bruder, sein Kumpel Steffen und ich damals auf unserer Wandertour biwakiert haben, mal wieder der Ausblick alles entschädigt, auch die gut 2km bergauf bis dorthin. Und so sollte es auch diesmal sein. Nach dem Mühlriegel gehts kurz bergab, vorbei an dem Typ, der sein E-Bike den Hang raufschiebt (wie kommt der überhaupt hierher), weiter auf den nicht weit entfernten Ödriegel auf 1156m. Der Weg ist nicht weit bis dorthin, aber mit knackigem Anstieg. Da oben merke ich langsam was so los ist, die Beine melden sich zum ersten mal. Dürfen sie nach über 1000hm auch mal. Der erste Gipfel an dem ich alleine bin. Diese Ruhe. Ein ordentlicher Schluck aus der Soft Flask, weiter gehts. Ein bisschen umständlich dann der Weg zum Schwarzeck (1238m). Kurz danach verlaufen und einige Höhenmeter einbüßend, darf ich zusehen, wie ich wieder auf den Kamm hochkomme. Die Outdooractive App hilft auch ohne Handyempfang. Da unten rauscht ein fetter Bach, das Wasser wird knapp. Aber da jetzt runterzukraxln kostet nur noch mehr Kraft. Allzu weit zum Ziel ist es nicht mehr, wird schon gutgehen. 
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Wieder oben am Kamm ist mein Wasser fast aufgebraucht, aber ich weiß, wo hier oben noch eine Quelle ist. Was ich erst später rausfinde ist, dass ich sie durch meinen Umweg aber leider schon umgangen bin. Es donnert, über dem Arber, der schon ganz nah ist, ziehen dunkle Wolken auf. Noch über den Enzian auf 1287m und dann ist es fast geschafft. Mein Wasser ist leer und ich schau mich nach einer Quelle um. Die App sagt, da vorne ist eine, also nix wie hin. Durch hohes Gras und ein gutes Stück vom Weg runter gehe ich etwas demotiviert in Richtung des blauen Strichs auf der Karte, während unbeschwert Kleine Füchse durch die Gegend flattern. Noch ein paar Schritte und ich sehe, dass es da verdammt steil runtergeht, das geb' ich mir nicht. Das ist um einiges steiler als zum Bach von vorhin. Hätte ich den vielleicht doch nehmen sollen? Naja, man soll ja auf das achten was man hat, nicht auf das, was einem fehlt. Und bis zur Chamer Hütte ist es ja auch nicht mehr weit. Zurück auf dem Weg setzen die ersten Krämpfe ein. Hatte ich noch nie beim Laufen. Habe aber auch selten soviel geschwitzt. Die Wolken werden immer dicker und das Donnern kommt näher, während die Beine immer schwerer werden und anfangen zu machen, was sie wollen. Leichter Regen setzt ein, der mir gerade wirklich Recht kommt und gut tut. Auf dem Weg über den Kleinen Arber dreh ich mich um und fange das gleiche Bild wie vor Jahren ein. Wahnsinn, was sich mittlerweile hier getan hat. Soviel schon wieder grün. Nach dem Borkenkäferbefall, holt sich die Natur alles wieder zurück. Stark. 
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Endlich am Großen Arber
Der Abstieg vom Kleinen Arber zur Chamer Hütte hat auch weniger mit Laufen zu tun, als mit "ich will einfach nur entspannt sitzen und was trinken". Das Weizen schmeckt besser als jedes andere, und das Glas Leitungswasser mit meinem Magnesiumpulver drin, exe ich fast weg. Eine knappe Stunde später bin ich ich wieder halbwegs Mensch und gehe den letzten Anstieg zum Ziel an. Der Regen kommt wieder und die Wolken hängen am Großen Arber (1453m) fest. Es donnert und rumohrt, nicht nur am Himmel, ich hab langsam auch echt Hunger auf was deftiges. Am Gipfel drehe ich noch eine Ehrenrunde auf dem Plateau und lass mich, bei plötzlich bestem Wetter, am Gipfelkreuz fotografieren. Heute gut 1800 Höhenmeter gesammelt, für mich, und mein
Spendenprojekt. Ich checke im Schutzhaus ein, beziehe mein Zimmer und gönn mir eine Dusche. Das waren die längsten 24km meines Lebens. Und die Kartoffelpuffer am Abend die leckersten. 

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Abendstimmung Großen Arber

Dienstag, 31. Mai 2022

Heidelberg. Ravensburg. Spiegelau

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An der Fischkinderstube kurz innehalten
Das lange Himmelfahrtswochenende gut genutzt. Wir sind nach Heidelberg gefahren, um die beste Freundin meiner besseren Hälfte zu besuchen. Ich war noch nie da und deshalb umso gespannter, was mich erwarten würde. Von Heidelberg bislang nur gutes gehört. Natürlich hab ich meine Laufsachen eingepackt, denn die Gegend erkundet sich am besten laufend. Naja gut, wandernd natürlich auch, oder Busfahrend, aber laufend hat es eben einen ganz eigenen Charakter. Ich bin gerade dabei, mich auf mein nächstes Laufabenteuer vom 16.06. bis 18.06. vorzubereiten: Für meine drei Tagesetappen am Goldsteig wollte ich eigentlich auch hier ein paar Höhenmeter sammeln und zum Königstuhl laufen. Heidelberg liegt auf gerade einmal 114m. Der Königstuhl dagegen schon auf 570m. Ein paar Kilometer von Wieblingen aus wären auch noch drin. Da kommt ein bisschen was zusammen und wäre in Sachen Vorbereitung auf den Goldsteig schon gar nicht allzu verkehrt gewesen. Aber ich wollte mir dann morgens den Stress durch die Stadt zu laufen nicht geben, und habe mich umentschieden. Ich wollte nur am Fluss laufen. Der Untere Neckar fließt direkt vor der Haustür los. Also warum durch Verkehr und über Straßen einen Stop and Go Lauf machen, wenn ich schön entspannt durch die Landschaft laufen kann? Höhenmetertraining hatte ich zuletzt schon einiges und ich kann ja noch ein paarmal ins Fichtelgebirge, dachte ich mir. Ich machte dann eben einfach was für die Grundlage 😊. 
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Infos zur Streuobstwiese und mehr
am Unteren Neckar
Also früh morgens raus aus dem Haus, während der Rest noch schläft und die Sonne schon am Horizont steht um mir durch die Bäume noch kühlen Schatten entgegenzuwerfen und mir bei lichteren Stellen eine angenehme Wärme zu geben. Das war der bessere Weg, war ich mir sicher. Und ich sollte tatsächlich nicht enttäuscht werden. Ich lief los, Richtung Edingen und immer am Wasser entlang. Der Radweg führt bis nach Mannheim, aber so weit wollte ich dann doch nicht. Ich hab mich dazu entschieden 9 Kilometer rauf und 9 Kilometer runter zu machen, bis kurz nach Neckarhausen und zurück. Eine der schönsten Stellen war die Fischkinderstube in Edingen-Neckarhausen. Die Fischkinderstube wurde als Seitengewässer am Unteren Neckar angelegt und ist gespickt mit vielen Infotafeln rund um die dort von Schulklassen gepflanzten Bäume und die angelegte Streuobstwiese. Vor allem bei Sonnenaufgang nicht nur traumhaft anzusehen, sondern auch noch informativ. Schön, dass es noch Initiativen gibt, die den Menschen unsere Natur ein Stück näherbringen wollen. Das kleine Auenbiotop ist aber nur ein kleiner Teil des großen Landschafts- und Naturschutzgebiets Unterer Neckar. Aber was hat Heidelberg jetzt mit Ravensburg und Spiegelau zu tun? Die Sache mit der Natur passt so schön zusammen 😀. 
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Meine Spendenaktion für die
Freie Naturschule Ravensburg
Ich bin vor kurzem auf den Verein Freie Naturschule Ravensburg gestoßen. Eine Initiative, die es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, Kindern unsere Natur ein Stück näherzubringen. Das Konzept ist dabei ähnlich dem des Waldkindergartens: draußen sein, draußen lernen, die Natur als schützenswert kennenlernen. Auch der Alltag in einer Freien Schule ist anders, als der in einer Regelschule. Klar gibt der Staat auch hier vor, was zu lernen ist, aber der Weg dorthin ist ein anderer. Freie Schulen haben ein eigenes pädagogisches Konzept. Die Kinder können frei lernen, ohne festen Stundenplan. Statt Lehrern gibt es Lernbegleiter. Statt den ganzen Tag an einem festen Platz zu sitzen, die Möglichkeit zur freien Entfaltung. Ich hab angefangen mich mehr mit der Sache zu befassen und war geflasht, was möglich ist, wenn man Kinder einfach mal machen lässt. Kontakt zur Schule aufgenommen um mehr darüber zu erfahren, hatte ich vor ein paar Tagen ein sehr sympathisches Zoom Meeting mit den Gründerinnen des Vereins. Für alle die mehr wissen wollen: im Internet gibt es einige tolle Dokus zu Freien Schulen 😉. In Ravensburg hat man auf jeden Fall schon viele interessierte Eltern, die Ihre Kinder auf die Schule schicken würden. Das einzige Manko an der Sache: wie alles, kostet eben auch das Geld, und in den ersten Jahren muss sich eine Freie Schule selbst finanzieren, ehe es staatliche Fördermittel gibt. Deshalb habe ich parallel zu meinem Goldsteiglauf ein Spendenprojekt erstellt, um die Freie Naturschule Ravensburg zu supporten. Kinder sind unsere Zukunft, und wie kann man Kindern die Natur besser näherbringen, als in einer Schule, in der sie im Einklang mit der Natur lernen können? Das Spendenprojekt funktioniert so: Über meine Aktion bei betterplace.org könnt ihr für jeden meiner am Goldsteig gelaufenen Höhenmeter einen Betrag spenden. Ihr könnt aber gerne auch für die Höhenmeter die Ihr pro Woche, Monat, oder Jahr gelaufen seid, etwas geben. Also lauft über Hügel und Berge, werdet dadurch noch fitter und tut dabei noch etwas für die Gute Sache. Der Betrag geht über das Portal natürlich direkt an den Verein. Jede/n Spender/in erwähne ich als Dankeschön auf der Spendenseite meines Blogs. Wenn wir hier das Geld für eine Kollektion Bücher, einige Einrichtungsgegenstände oder weitere Unterrichtsmaterialien zusammenbekommen, wäre schon viel geholfen 😉. Zur Spendenaktion gehts hier lang. Und was läuft am Goldsteig? Ich kenne die Strecke von Schönbuchen an vom Wandern her. Allerdings war dann immer beim Großen Arber Schluss. Diesmal möchte ich mir a(r)ber mehr ansehen und am Großen Arber endet meine erste Etappe, ehe es an Tag zwei zum Großen Falkenstein geht. Tag drei führt mich dann vom Falkenstein zum Rachel und von da hinab zum Endziel nach Spiegelau. Das wird dann das nächste lange Wochenende... 

Bayreuth und anderswo | Spendenprojekt für die Freie Naturschule RavensburgBayreuth und anderswo | Spendenprojekt für die Freie Naturschule Ravensburg